© 2010 admin

Clean Clothes Campaign

Das Ziel der Clean Clothes Campaign (CCC) ist eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der weltweiten Bekleidungs- und Sportartikelindustrie. Hierzu wird mit Unternehmen verhandelt, werden Organisationen der Arbeiter unterstützt, die Konsumenten informiert und öffentliche Kampagnen durchgeführt.

Die CCC, 1990 in den Niederlanden gegründet, ist heute in 13 europäischen Ländern vertreten. Die unabhängigen nationalen Plattformen der Kampagne werden über das internationale Sekretariat in Amsterdam koordiniert. Die CCC ist ein Netzwerk, in dem über 300 Gewerkschaften und NGO´s, Recherche-Institutionen, Verbraucherorganisationen, kirchliche Gruppen und Frauenrechtsorganisationen zusammenarbeiten. Es existiert eine enge Kooperation mit Partnerorganisationen in Entwicklungsländern und Ländern im Umbruch. Schwerpunkte der deutschen CCC (Kampagne für saubere Kleidung) sind Zielkampagnen anlässlich von Sportevents wie Fußballweltmeisterschaften oder Olympischen Spielen zu Markenunternehmen wie Adidas und Puma, zu Handelshäusern wie Karstadt/Quelle, zu Handelshäusern wie Tchibo und zur öffentlichen Beschaffung von Kommunen. Weiter Recherchen über die Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben deutscher Unternehmen in asiatischen, mittelamerikanischen und osteuropäischen Ländern, Schulungen von Gewerkschaften in Asien und Osteuropa und Eilaktionen in Fällen von Arbeitsniederlegungen, Betriebsschließungen oder Arbeitsrechtsverletzungen. Im diesen Fällen tritt die CCC mit Pressemeldungen, Fernseh- und Rundfunkbeiträgen, mit Protestbriefen und öffentlichen Straßenaktionen für die Interessen der Arbeiter ein.

Damit die Konzerne bei auftretenden Missständen nicht einfach ihre Handelsbeziehungen mit einem in die Kritik geratenen Zulieferbetrieb abbrechen, fordert die CCC keinen Boykott der Marken. Durch die enge Zusammenarbeit mit Organisationen in produzierenden Teilen der Welt, weiß die CCC um die zentrale Bedeutung, die es für die Arbeiter hat, dass diese ihre Arbeitsplätze behalten, selbst wenn sie nur gering bezahlt werden.
Die CCC übt deshalb Druck auf die Auftraggeber und multinationale Konzerne aus, damit diese ihre Verantwortung für die Produktionsbedingungen akzeptieren. Der Hebel, den die CCC ansetzt, ist das Image. Sie nutzt die Angst der Konzerne vor Negativschlagzeilen um zur Einhaltung der Normen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), zur Zahlung von „existenzsichernden Löhnen“ („living wage“) und zur Durchführung eines unabhängigen Monitorings zu drängen. Zentral ist der CCC dabei ein branchenweiter Ansatz. Sie arbeitet auf drei Ebenen: mit exemplarischen Recherchen in den Produktionsländern, öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Gesprächen mit den Firmen.

Der Fall Hermosa ist ein gutes Beispiel, wie die CCC arbeitet: Die CCC hat in El Salvador recherchiert, daraufhin auch eine ehemalige Näherin, Estela Ramirez, nach Deutschland eingeladen und das Gespräch mit adidas gesucht. Bisher erfolglos. Einen erfolgreichen Unternehmensdialog dagegen gab es mit dem Naturtextilversender Hess Natur. Nach einem zweijährigen Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der CCC wurde Hess Natur erstes deutsches Mitglied in der Fair Wear Foundation (FWF). Die von der CCC mitgegründete FWF steht für, im Rahmen des Möglichen innerhalb der Bekleidungsindustrie, gründliche, glaubwürdige Kontrollen und die Einbeziehung der Arbeiter.


Damit es auch bei Adidas, Nike und Co. in diese Richtung geht, bedarf es noch vielen Drucks der Konsumenten. Denn nur auf Druck, der auf das Kapital der Konzerne ausgeübt wird, reagieren diese und zeigen sich gesprächsbereit.





Internationale Website der CCC
Deutsche Vertretung der CCC