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Monsanto

Monsanto ist ein börsennotierter Konzern mit Sitz in St. Louis, US-Bundesstaat Missouri. In Niederlassungen in 61 Ländern wird der Konzern verwaltet, züchtet er Saatgut und produziert Herbizide. Monsanto setzte seit den 1990er Jahren besonders auf Biotechnologie zur Erzeugung gentechnisch veränderter Feldfrüchte.

Kritiker behaupten, Monsanto bemühe sich um den Ausbau seiner Marktposition bei der Produktion von genverändertem Saatgut, und halte bereits eine Monopolstellung. 2005 lag der Marktanteil von Monsanto laut Greenpeace bei über 90 Prozent aller weltweit angebauten transgenen Pflanzen. Greenpeace behauptet, Monsanto wolle die globale Landwirtschaft vollständig unter seine Kontrolle bringen. Von Kritikern wird weiterhin der Verdacht geäußert, Monsanto entwickle und vermarkte Produkte, die keine keimfähigen Samen hervorbringen (sogenannte Terminator-Technologie). Zudem habe es nach der Einführung von Bt-Baumwolle in Indien eine steigende Suizidrate indischer Kleinbauern gegeben, die ihre Familien nicht mehr ernähren konnten. Kritiker führen dies auf massiv gestiegene Saatgutpreise und Missernten zurück.

In den Vereinigten Staaten haben schon hunderte von Farmern Monsanto verklagt, weil Bt-Baumwollernten desaströs ausfielen und die Landwirte massive Finanzeinbußen hinnehmen mussten. In Indonesien führte eine Dürre schon im ersten Pflanzjahr zu einer explosionsartigen Vermehrung der Schädlingspopulation auf der Gen-Baumwolle, nicht jedoch auf anderen Baumwollsorten. Die Skandalchronik des Chemie- und Gentechnikgiganten Monsantos ist atemberaubend und lang. Das Unternehmen ließ Studien frisieren und leugnet weiterhin die Gefahren, die von dem vom Unternehmen produzierten Saatgut ausgehen.

Ehemalige US-Soldaten, die im Vietnamkrieg mit dem Entlaubungsmittel „Agent Orange“ in Berührung gekommen waren, hatten Sammelklagen gegen mehrere Hersteller eingereicht. 1985 wurde nach einem außergerichtlichen Vergleich von sieben Firmen, darunter Monsanto, ein Entschädigungsfonds über 180 Millionen US-Dollar eingerichtet. Eine Klage der vietnamesischen Vereinigung der Opfer von „Agent Orange“ gegen Monsanto und weitere Chemiekonzerne wurde im März 2005 von einem US-amerikanischen Bundesgericht abgelehnt.

Jahrelang waren Einwohner der Stadt Anniston in Alabama mit Wissen Monsantos den gesundheitsschädlichen Nebenprodukten der PCB-Erzeugung ausgesetzt. 1976 untersagte die US-Regierung die Produktion. Ein jahrzehntelanger Prozeß gegen Monsanto begann. Im August 2003 wurde schließlich ein Vergleich geschlossen. Monsanto zahlte 390 Millionen US-Dollar, Versicherungen 160 Millionen. Andere Kosten wie für Entsorgung sollen 100 Millionen betragen haben. Insgesamt sollen sich die gesamten Strafgelder auf rund 700 Mio.$ beziffern lassen.

In Indonesien wurde Monsanto wegen Bestechung eines Regierungsbeamten verurteilt. In Indien kam Greenpeace einem Betrugsskandal in einem Zulassungsantrag für Gen-Baumwolle auf die Spur – die Erträge waren frisiert. Zwischen 1990 und 2001 hat Monsanto in den USA Gen-Pflanzen 44-mal illegal freigesetzt. Eine solche Kontamination fand und findet in dramatischen Ausmaßen statt. In Nordamerika ist heute mehr als die Hälfte allen konventionellen Mais- und Soja-Saatguts mit Monsantos patentierten Genen kontaminiert.

Die Ironie der Geschäftspraktiken von Monsanto gipfelt darin, dass 2007 in der Kantine der britischen Monsanto-Niederlassung nur gentechnikfreie Kost serviert wird. Der Sprecher von „Granada Food Services“, dem Unternehmen, das die Kantine betreibt, gab bekannt, damit den Sorgen und Wünschen der Kunden, also auch den Angestellten von Monsanto, Rechnung zu tragen.



Monsanto festigt seine marktbeherrschende Position durch die Verträge, die es mit den Käufern seines Saatguts abschließt weiter. Diese Verträge verbieten Landwirten, die eigene Ernte als Saatgut zu verwenden, wie es Bauern seit tausenden von Jahren tun und schreiben Landwirten vor, ihre Chemikalien bei Monsanto zu erwerben. Weiter erlegen die Verträge den Kunden von Monsanto eine Schweigepflicht auf: kommt es zu Konflikten über eine etwaige Verletzung des Vertrages, dürfen sie zu Dritten nicht darüber sprechen. In neueren Verträgen Monsantos ist außerdem eine Klausel enthalten, die es dem Landwirt untersagt, Monsanto zu verklagen, sollte das Gentech-Saatgut im Anbau versagen.




Monsanto Unternehmens-Website
Monsanto bei Wikipedia
Monsanto-Kantine serviert nur Gentechnikfreie Kost
Monsanto bei Greenpeace