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Ethical Trading Initiative

In der Ethical Trading Initiative (ETI) haben sich 1998 Unternehmen, Non-Government-Organisations (NGO) und Gewerkschaften zusammengeschlossen, um gemeinsam Good Practices für die Umsetzung von Kodizes über fairen Handel auszuarbeiten und weiterzuverbreiten.

Die Mitglieder der ETI wollen sicherstellen, dass die Arbeitsbedingungen bei Unternehmen, die für den britischen Markt Güter produzieren den internationalen Standards genügen bzw. diese übertreffen. Durch einen gemeinsamen Ansatz sollen Fortschritte bei der Beachtung von internationalen Arbeitsstandards und der Gewährung von Menschenrechten entlang der gesamten Beschaffungskette erzielt werden. Konkretes Ziel ist die Verbesserung der Lebensbedingungen von Arbeitern weltweit. Mitglieder sind unter anderem Sportswear International, The Body Shop International oder GAP. Die Arbeit der ETI betrifft alle Konsumgüter, von Tee über T-Shirts bis hin zu Fußbällen.

Der ETI kommt auch eine über Großbritannien hinausreichende internationale Bedeutung zu. Zentral für die Anliegen von ETI ist der Begriff des „Ethical Sourcing“. Ethical Sourcing soll mehr als nur fairen Handel umfassen. Mitgliedsunternehmen sollen sich für die Einhaltung von Arbeitsstandards und die Gewährung der Menschenrechte innerhalb der gesamten Beschaffungskette verantwortlich fühlen, d.h. auch bei all ihren Zulieferern.

Zu den Vorgehensweisen im Zusammenhang mit Ethical Sourcing gehört auch die Überwachung und unabhängige Verifikation über die Einhaltung von ethischen Richtlinien im Handel.
Die ETI wird dabei vom britischen Department for International Development und dem Department for Trade and Industry (DTI) unterstützt. Arbeitsgrundlage der ETI ist der ETI Base Code. Dieser umfasst die Grundforderungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), also das Recht auf Vereinigung und Tarifverhandlungen, zahlen von Mindestlöhnen, Arbeitssicherheit, keine Kinder- oder Zwangsarbeit und keine unmenschliche oder brutale Behandlung von Arbeitern. Alle Mitglieder der ETI müssen diesen Kodex akzeptieren und daran mitarbeiten diesen in der gesamten Unternehmens-Wertschöpfungskette zu integrieren.

Die ETI bietet ihren Mitgliedern Hilfestellung bei der Umsetzung dieser Mindeststandards, vor allem in Zulieferbetrieben aus, für den europäischen Markt, produzierenden Ländern. Die ETI versucht außerdem Arbeitern und Arbeiterinnen Hilfe zur Selbsthilfe zu verschaffen. Dies geschieht durch die ETI durch z.B. Unterstützung von Initiativen und Gewerkschaften, die sich für die Rechte der Beschäftigten in so genannten Billiglohnländern stark machen. Allerdings tragen die profitorientierte Einkaufspolitik der Mitgliedsunternehmen und die zu schwachen Kontrollen der ETI (auch die anderer Organisationen) weiterhin kaum zu einer Verbesserung der Gesamtsituation in Zulieferbetrieben bei.


„Lean Production“ heisst die Zauberformel, mit der unter anderem Hersteller wie Adidas ihre Effizienz versuchen zu steigern. Es werden Gruppenarbeiten in Produktionsbetrieben eingeführt, in denen möglichst keine ArbeiterIn auch nur eine Minute „unproduktiv“ ausruht. Nach und nach werden weiterhin die Akkordzahlen gesteigert – was früher in einer Stunde geschafft werden musste muss heute in 45 Minuten geschafft werden. Der Base Code der ETI ändert daran momentan leider auch wenig.





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